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Wirtschaft

07.07.2017 - Artikel

Stand: März 2018

Aktuelle Wirtschaftslage

Noch in den 1960er Jahren war Südkorea eines der ärmsten Länder der Welt. Nach der 35jährigen japanischen Kolonialherrschaft (1920-1945) und dem Koreakrieg (1950-1953) bildete der Norden den industriellen Schwerpunkt, wogegen der Süden weitgehend landwirtschaftlich geprägt war. Unter energischer Steuerung durch den Staat und einer exportorientierten Industrialisierungsstrategie entwickelte sich Südkorea in weniger als einer Generation zu einer dynamischen Industrienation.

Den Wiederaufschwung nach der Asien-Krise 1997/1998 sowie das äußerst glimpfliche Überstehen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 verdankte Südkorea seiner konsequenten Reformpolitik. Südkorea ist G-20-Land und seit 1996 Mitglied der OECD.

Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 1.411 Mrd. USD ( 2016) liegt Südkorea auf Platz 11 der Volkswirtschaften der Welt (IMF). Das BIP für 2017 wird im März oder April bekanntgegeben. Das Bruttonationaleinkommen pro Kopf lag  2016 bei 27.561 USD. Bei den Währungsreserven belegte Südkorea Ende  Dezember 2017 mit  389,3 Mrd. USD weltweit Rang  9.

Die Inflationsrate der Verbraucherpreise lag im  Dezember 2017 bei  1,5% ( Dezember 2016:  1,3%). Der Leitzins liegt seit dem  30. November 2017 bei  1,50%. Die staatliche Gesamtverschuldung lag Ende 2016 bei etwa 38,3% des BIP und blieb damit vergleichsweise auf niedrigem Niveau. Im Jahr 2016 erzielte Korea ein Wirtschaftswachstum von 2,8%. Korea erzielte 2016 ein Wachstum von 2,8% und erwartet für 2017 ein Wachstum von 3,2% sowie für das laufende Jahr ein Wachstum von 3,0%. ; Die Arbeitslosenquote lag im Januar 2018 bei 3,7 %;  die jugendliche Bevölkerungsgruppe (15-29 Jahre) ist dabei mit einer Arbeitslosigkeit von  8,7% besonders stark betroffen.

Außenwirtschaft

Neben einem allgemeinen Bekenntnis zu den multilateralen Welthandelsgesprächen hat t die koreanische Regierung in den vergangenen Jahren systematisch den Abschluss von bilateralen Freihandelsabkommen verfolgt. Freihandelsabkommen mit Singapur, der EFTA, Chile, den ASEAN-Staaten, Indien, Peru, der EU, den USA und der Türkei sind in Kraft. Die Freihandelsabkommen mit Neuseeland, China und Vietnam sind am 20. Dezember 2016 in Kraft getreten, mit Kanada am 1. Januar 2015 und mit Kolumbien am 15.07.2016. Das Freihandelsabkommen mit Mittelamerika (Panama, Costa Rica,  Honduras, El Salvador, Nicaragua) wurde am 21. Februar 2018 unterzeichnet. Weiterhin laufen Verhandlungen mit Mexiko, dem Gulf Cooperation Council (GCC), Israel, Ecuador, Indonesien und Japan. Zudem ist ein trilaterales Abkommen zwischen Südkorea, Japan und China in Verhandlungen.

Der Außenhandelsumsatz (Importe und Exporte) betrug  2017 insgesamt  1.052 Mrd. USD, was einem  Anstieg gegenüber dem Vorjahr um  16,7 % entspricht. China (ohne Hongkong), die USA, die EU und Japan zählen zu den wichtigsten Handelspartnern.

Die Ausfuhren  stiegen  2017 gegenüber dem Vorjahr um  15,8%. Wichtigste Ausfuhrgüter waren Halbleiter, Maschinen, chemische Erzeugnisse, Autos, Stahlwaren, Kommunikationsgeräte, Schiffe und Ölprodukte. Der Export von Halbleitern nahm kräftig um  60,2%  zu und der Export von Stahlwaren  legte um 17,4% zu. Die Einfuhren  erhöhten sich ebenfalls im gleichen Zeitraum um  17,8%. Wichtigste Einfuhrgüter waren Erdöl ( +34,5%), Maschinen/Präzisionsgeräte ( +31,9%), chemische Erzeugnisse ( +12,7%), Halbleiter ( +12,7%), Kommunikationsgeräte ( +13,3%), Stahlwaren ( +7,8%) und Erdgas (+28,3%).

Im Vergleich zum Vorjahr  stiegen die tatsächlich getätigten ausländischen Direktinvestitionen  2017 stark um  20,9% auf  12,8 Mrd. USD. Insgesamt liegt die Anzahl der in Südkorea operierenden ausländischen Firmen bei etwa 7.500. Wichtigste Investoren in dem Zeitraum waren Malta (2,0 Mrd. USD), Großbritannien (1,9 Mrd. USD), Niederlande (1,5 Mrd. USD), Japan (1,2 Mrd. USD), Hong Kong (1,2 Mrd. USD) und Singapur ( 1,1 Mrd. USD),. 

Bei den EU-Staaten liegt Deutschland mit  0,41 Mrd. USD an vierter Stelle nach Malta (2,0 Mrd. USD), GB (1,9 Mrd. USD), den Niederlanden ( 1,5 Mrd. USD).

Klima, Energie und Umwelt

Der CO2-Ausstoß Südkoreas hat sich im Zuge des wirtschaftlichen Aufstiegs zwischen 1990 und 2008 mehr als verdoppelt. Heute zählt Südkorea zu den größten CO2-Emittenten im Kreis der OECD-Staaten.

Da Südkorea nicht zu den Annex-1-Ländern des Kyoto-Protokolls gehört, ist es nicht zu CO2-Reduzierungen verpflichtet. Ende Juni 2015 wurde ein (freiwilliges) mittelfristiges Reduktionsziel für CO2-Emissionen verkündet. Nach dem im Dezember 2015 auf der 21. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention vorgelegten Klimaabkommen verpflichtet sich Korea, bis 2030 Treibhausgas-Emissionen um 37% zu reduzieren. Am 01.01.2015 hat Südkorea als erstes asiatisches Land ein Emissionshandelssystem eingeführt.

Südkorea, als neuntgrößter Energieverbraucher der Welt, verfügt (im Gegensatz zu Nordkorea) über sehr geringe Rohstoffvorkommen und ist bei Industrierohstoffen in besonderem Maße, bei fossilen Rohstoffen fast vollständig auf Importe angewiesen. Zur Stärkung der Selbstversorgung setzt Südkorea neben der Förderung erneuerbarer Energien und der Nutzung der Kernkraft verstärkt auf die Erschließung ausländischer Rohstoffquellen.  94 % der in Südkorea verbrauchten Energie stammt aus dem Ausland. Der Energiemix Südkoreas setzte sich  Oktober 2017 folgendermaßen zusammen:  42% Erdöl,  30% Kohle,  12% Erdgas,  11% Nuklearenergie, auf Wasserkraft und andere erneuerbare Energien entfallen knapp 6 %. Präsident Moon Jae-in hat eine deutliche Änderung der Energiepolitik des Landes angekündigt, die weg von Kohle, Erdöl und Kernenergie und hin zu Erdgas, Erneuerbaren und größerer Energieeffizienz führen soll.

Sürkorea ist Mitglied bei IRENA und das 2010 in Korea gegründete Global Green Growth Institute (GGGI) wurde im September 2012 in eine internationale Organisation umgewandelt. Deutschland beteiligt sich mit Projektmitteln der Internationalen Klimainitiative des Umweltministeriums und des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Südkorea hat sich erfolgreich für die Ansiedlung des Grünen Klimafonds (GCF) beworben, der im Dezember 2013 in Songdo eröffnet wurde. Südkorea hat am 23. September 2014 beim UN-Klimagipfel in New York angekündigt, dass es dem GCF bis 2022 stufenweise bis zu 100 Mio. USD zur Verfügung stellen werde. Bis  Ende 2017 hatte Korea insgesamt  47 Mio. USD in den GCF eingezahlt und plant, bis Ende  2018 dem Klimafonds weitere  10 Millionen US-Dollar zur Verfügung zu stellen. 

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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